Vor dem Nachruf steht der Vorruf.
Denn ein Ruf geht uns voraus.

Ruft man erst mal hinter her dir
ist ‘s oft Murks und arger kraus.

Drum brauch‘ ich keinen Nachruf.
Auf den Vorruf kommt es an.

Denn wenn ‘s Leben mal vorbei ist,
mag wer rufen, was er kann.

Ausgerutscht auf nassen Blättern,
lande ich auf jenen Brettern,

nein, nicht die, die Welt bedeuten,
sondern die Patienten scheuten

auf dem Weg zur Unfallklinik
rutscht mir weg auch meine Mimik.

Garstig, dieses Blätterwerk.
War einst groß, nun - bin ich Zwerg.

Zwar reißt er die Hürde,
doch dieses mit Würde.
Das Leben ist ein Parcours.

Dann kracht er ans Gatter.
Null Punkte, Pech hat er.
Das Leben ist ein Parcours.

Den Oxer – gerissen!
Der Gaul sprang beschissen.
Das Leben ist ein Parcours.

Verheddert die Trense,
jetzt züchtet er Gänse.
Das Leben ist ein Parcours.

Sein Sprung übern Wall,
ich hör’ noch den Knall....
Das Leben ist ein Parcours.

Und nun - Palisade!
Verstolpert - wie schade.
Das Leben ist ein Parcours.

Der Absturz vom Schimmel
führt direkt zum Himmel....
Das Leben ist ein Parcours.

Das Jagdhorn nun schweigt,
der Ritt ward vergeigt...
Das Leben war ein Parcours.

Amtsgericht, Gebäude F,
glaubst ja nicht, wen ich da treff.

Nein – nicht den!
Der war am geh’n!

Auch nicht die!
Das rätst du nie!

Nein, er hatte nichts geklaut.
Ja, nur etwas Mist gebaut.

Nein, sein Hund war nicht der Grund.
Ja, der hatte Schaum vorm Mund.

Nein, er trug nur Anstaltskleidung.
Ja, ich weiß es aus der Zeitung.

Nein, er schien nicht ausgeruht.
Ja, es tropfte etwas Blut.

Nein, zum Glück nicht auf die Dielen.
Ja, die Hände voller Schwielen.

Blöd! Dass das hier keiner rät.
Dumm! Jetzt ist es eh zu spät.

Beim Gefecht um Kleiderbügel
setzt es notfalls schwere Prügel,

in Foyers von Musentempeln,
wo man mit Garderobestempeln

deinen Mantel dir quittiert,

so, dass auch kein andrer Schöngeist
frech mit ihm davon spaziert.