Die Talkshow folgt der Strategie,
wen leg ich heute übers Knie.

Getalkt wird nach dem gleichen Schema,
doch wechselt ab und an das Thema.

Ein Moderator, der gut drauf,
schwingt sich zu der Behauptung auf,

dass Lebertran, verquirlt mit Reis,
das Grundrezept für Speiseeis.

Kein Gast wagt ihm zu widersprechen.
Wer nur dran denkt, muss fast erbrechen.

Im Gegenteil, das Fräulein Röthlich,
hält die Mixtur für durchaus möglich.

Sie hat's geseh'n - erzählt sie keck -
bei einem, Herrn, äääh, Bioschlek.

Der schleckte das tatsächlich weg,
so nebenbei, als Talkshow Gag.

Die Talkshow wird auch reich verziert,
indem ein Mime sich blamiert.

Der quasselt - völlig selbstvergessen -
von Autos, Models, Geld und Fressen.

Doch da ertönt ein laut Gewieher -
im Saal sitzt sein Gerichtsvollzieher,

der wird nun gleich den Kuckuck kleben,
auf ’s ach so turbulente Leben,

des Herrn mit seinen Aberwitzen,
auf Glatteis kommt man auch ins schwitzen...

Da lacht auch der Normalverbraucher,
der kleine Otto Kettenraucher.


Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7

Wollt ihr wohl das Trinken lassen!
Übervoll sind meine Kassen.

Leert gefälligst eure Teller,
Schalen, Gläser, dalli, schneller!

Muss sofort das Wirtshaus schließen,
zuviel Milch und Honig fließen.

Gäste bringen nur Verdruss,
Ich erstick im Überfluss.

Entnommen aus:

Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag Frankfurt/M,
188 Seiten, 2007, 16 €
ISBN 3 86638 124 7