Einsamkeit betritt die Welt.
Manchmal schleichend, oft auch prompt.

Dunkel wird’s, kein Licht erhellt..
Warten wir, auf das, was kommt.

Oder sollten wir gestalten?
Doch das passt nicht zu uns Alten.

Hilflos sitzen wir im Heim,
Nasen, Teller, voller Schleim.

Nirgendwo sind Perspektiven,
Augen brennen, zucken, triefen.

Ob wir gehen oder kommen,
wird doch kaum noch wahrgenommen.

Zukunft, eine offne Wunde.
Oh, welch ungeliebte Kunde.

entnommen aus
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7

Möcht’ sie dir nicht vorenthalten,
Vater, Mutter - meine Alten.

Schau, wie Vati’s Nase trieft,
riech’, wie ihre Wohnung mieft.

An der Wand ein Hirschlein röhrt,
Kittelschürze niemand stört.

Iss doch mal von dem Gehackten,
zellophanisch abgepackten.

Oder trink vom Blümchentee.
Plastikblumen am Büffet.

Liebling, schau doch nicht so stier.
merkst du nicht, das sind doch wir.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7