Mir schweigend sich Genuss verhüllt.
Das Labgut ich in Händen winde.
Ob sich wohl bald ein Wunsch erfüllt?
Ersehnend schau ich das Gebinde.

Format, Gewicht - lass mich erraten -
auch optisch das Objekt besticht.
Voll Ungeduld zieh' ich am Faden,
vor Freude meine Stimme bricht.

Der Blutdruck steigt, die Wimpern zittern,
auch Kerzenschein die Stimmung hebt.
Die Schenkende verspürt ein kribbeln,
die ganze Szene wirkt belebt.

Zwar ist mir klar - aus guten Gründen -
wie exquisit die Gabe ist.
Doch noch soll Phantasie mir künden,
wovon sie glaubt, ich hätt's vermisst.

Nun endlich! Die Verpackung reisst!
Hervor schimmert ein Name.
Das Wunder MonteCristo heisst.
In Rauch geht auf die Dame.

entnommen aus Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7

Schwarz, so sagt man, sei Humor.
Doch mir kommt sehr bunt er vor.

Ist doch lustig, blau das Auge,
rot das Knie, in grauer Lauge.

Gelb es aus der Nase tropft,
grün das Schienbein – drauf geklopft.

Totgelacht auf meine Kosten.
Schrauben in der Schulter rosten.

Einerlei, ich will nicht klagen.
Lach auch mit verdrehtem Magen.


Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7