Wie lässt sich mein Geld vermehren?
Sicher nicht mit Straßen kehren,
Treppen putzen, Haare scheren.

Das führt alles nicht zum Ruhme,
nicht einmal zu jener Krume

vom berühmten Tisch des Herrn.
Dort zu Speisen liegt sehr fern.

Gerne würd’ ich auch mal prahlen.
Doch mit meinen Lottozahlen

ist kein Blumentopf zu holen.
Ringsum lacht man schon verstohlen…

Da hilft nur noch Gottvertrau’n…
fang zunächst mal an mit klau’n…


Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7

Tief sie schliefen im Archiv,
die Folianten meiner Tanten.

Eh das Licht der Welt sie blickt
und sie auf die Reise schickt.

Wild entzückt stoben die Weiber
Mit der dicken Bücher Leiber

stracks entlang der Magistrale,
flatternd bunt wehen die Schale

um die Hälse der Matronen.
Dieser Kunstraub muss sich lohnen!

So wie der – mag er verjähren –
Als ich mopste die Volieren

von des Nachbarn kleinem Esstisch,
denn die Vöglein waren trächtig…
…so die Kasse klingelt prächtig,

wenn die süßen Küken schlüpfen.
Euros in mein Beutel hüpfen…

…beim Verkauf der Vögelbeute
an die braven Hehlersleute…

Flohmarkt! So gefällst du mir!
Waschgeld komme für und für!


Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7