Der Zeitpunkt, er war gut gewählt.
Der Tag kroch langsam aus der Nacht.
Die Sonne – schwach - noch niemand quält,
Auch ich war noch nicht aufgewacht.

Zuerst vernahm ich Hammerschläge,
die punktgenau den Nagel trafen.
Auch schnurrte bald `ne Motorsäge,
Gern würde ich noch etwas schlafen.

Der Seilzug einer Winde klirrt.
Warum nur musste sie verheddern?
Ein Lehrling etwas Öl drauf schmiert.
Ein Meister schreit, als würd’ er schreddern.

Und nicht genug - die Hähne kräh’n!
In der Touristen Domizil.
Sich quietschend nun auch Kräne dreh´n.
Doch was zu viel ist, ist zu viel...

...vom Tun der Handwerkerkolonnen....
...muss meinen Leib im Baulärm sonnen..

entnommen aus
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7

Winnetou war von Bedeutung.
Liest man doch von jener Häutung,

die uns schlicht als Skalp gekannt.
Jagdtrophäen an der Wand.

Bis in jede Einzelheit
wurden wir da eingeweiht,

wie Indianer nach uns trachten.
Deshalb mussten wir sie schlachten.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7