Vom Reste des Waldes,
da komm ich her.
Nirgendwo Bäume -
überall Teer.

Dort stand der Wald.
Weiß es genau.
Bin dort geboren.
Mir wird ganz flau.

Plätze und Pisten,
Wege und Straßen.
Wo sind die Igel,
die Rehe und Hasen?

Die Luft riecht nach Diesel,
nur Wolken aus Gasen.
Sterne von Daimler.
Nirgends wächst Rasen.

Es ist unverkennbar.
Die Zukunft wird mau.
Denn wo man auch hinschaut,
- alles ist grau.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7
Maskerade, viel Fassade,
nichts ist grade, alles schief.
Weil mit einer Frau ich schlief,
die nicht Du war, sondern sie.
Hahn braucht nun mal Federvieh.

Maskerade, viel Fassade,
nichts ist grade, alles schief.
Weil mit einem Typ ich schlief,
der nicht Du war, sondern er.
Henne braucht nun 'mal was mehr.

Maskerade, viel Fassade,
Mann oh! Frau, was sind wir stur.
Nichts wär' krumm und alles grade.
Doch wohin die Triebabfuhr?

Maskerade, viel Fassade.
Toleranz wäre nicht schlecht.
Sex geht wohl auch ohne Liebe,
doch mit Liebe wär’ er echt.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7