Tudendu! Erschließ’ Tisch mir!
Nicht im Jehnseits, sondern hir.

Hier, wo aales falch ich schreipe,
drumm in kainer Firma pleipe.

Ringsummisch schreipt jeder besser.
Alle wätzen schon die Messer

deren Glingen mich endlaiben.
Könnt ich doch nur besser schreibm!

Entlich nun! Haßt du ein Einseh’n.
Dumm werden die andern dreinseh’n!!

Dahmen und auch ein paar Heeren
können sich nicht lenger schbeeren

gegen eine Schreibreform
deren Wirckung ganz enoormeen

Einfluß hat auf mein Gemühd.
Schreibe nun, wie’s mir geblüüd!

Jedes Word ist vordan richtich.
Nehm’ das ganze nicht mehr Wischtisch

- wie seit vilen Jahren schon -
Schreibrevorm - du pisst enoorm!

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7
Kryptisch darf das Werk nicht sein,
laut muss er’s nach draußen schrei'n.

Hasstiraden, Niedertracht.
Tausend Teufel halten Wacht,

schützen jenes Wutgebinde
er aus seinem Hirne winde.

Und - damit ihr's nicht vergesst -
zwischen Deckel wird's gepresst!

Endlos wird es laut verlesen.
An ihm soll die Welt genesen.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7