Zarte, stolze, Schnepfe, mein,
lasse mich dein Perlhuhn sein.

Träum’ von mir als deinem Huhn,
wirf mich in den Kochtopf nun.

Werde nur dein Antlitz schau’n.
auch als garender Kapaun,

Hauptsache, wir sind vereint,
wenn auch reichlich ausgebeint.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7
Benrath sitzt auf einer Lichtung
- weit und breit kein Handy schrillt -
schaut vergnügt in jede Richtung,
nur die Grillen zirpen mild.

Eine Schwalbe streift die Wiese,
die mit Blumen reich geschmückt.
Blütenstaub bringt Ben zum niesen,
doch er bleibt verträumt, entrückt.

Kleine Käfer auf den Halmen,
schaukelt sacht im lauen Wind.
Benrath kennt dies von den Almen,
wo er aufwuchs - einst - als Kind.

Bunte Schmetterlinge flattern,
treiben unstet durchs Gelände.
Auch ein Specht beginnt zu knattern
Würd' sich freu'n, wenn er was fände.

Wolken schieben vor die Sonne,
es wird frisch am schönen Platz.
Dieser Tag – welch eine Wonne -
Ben strebt heim zu seinem Schatz.

Entnommen aus:
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann - verlag, Frankfurt/M,
188 S, 2007, 16,-€
ISBN 3 86638 124 7