In Anbetracht der tiefen Trauer,
die Felix immer dann beschleicht,
wenn Laubes voll die Friedhofsmauer
und Fallobst auf der Erde weicht.

In Anbetracht der Todesnähe,
die Gräber nun einmal versprüh'n.
wenn äugend, kreisend eine Krähe,
kündet vom Ende aller Müh'n.

In Anbetracht all' der Tristesse,
hört er hinein, in seinen Rumpf.
Er fühlt sein Herz, noch scheint's zu schlagen,
es klingt nicht lustig - eher dumpf.

In Anbetracht des schönen Lebens,
fernab vom bleichen Leichentuch,
wächst sein Entschluss nach neuem Streben -
ersinnt er einen Selbstversuch.

In Anbetracht der Perspektive,
die gar sein Innerstes berührt,
kreiert sich Felix einen Cocktail,
der ihm sogleich die Luft abschnürt.

In Anbetracht der hohen Dose -
und auch die Mischung lag daneben
- ziert seinen Grabstein eine Rose.
Der Felix könnte heut' noch Leben.


entnommen aus
Manfred Röschlau
Bitte(r) Bös Artig
No Konsens Nonsens Gedichte
axel dielmann verlag, Frankfurt/M.
188 Seiten, 2007, 16,-EUR
ISBN 3 86638 124 7